Verschuldung in Deutschland

Verschuldung in DeutschlandEtwa 3,5 Millionen deutsche Bürger haben mehr Schulden, als sie jemals bezahlen können. Sie sind überschuldet. Viele Menschen wollen aus diesem Teufelskreis herauskommen und melden Privatinsolvenz an. Damit haben sie den ersten Schritt gemacht, um nach den sechs Jahren einen Neuanfang starten zu können. Die sechs Jahre, die sogenannte Wohlverhaltensphase, erfordern Disziplin, Durchhaltevermögen und einen guten Insolvenzverwalter, der mit Rat und Tat dem Schuldner zur Seite steht.

Nicht nur die deutschen Bürger sind überschuldet, auch der deutsche Staat. Deutschland hat eine Staatsverschuldung wie noch nie zuvor. Die Schuldenuhr, die vom Bund der Steuerzahler angebracht wurde, tickt unermüdlich und zeigt an, dass die nachfolgenden Generationen an diesen Schulden noch lange zu zahlen haben. Glaubt man dem Handelsblatt, so haben Bund, Länder und Gemeinden keine andere Möglichkeit, als sich bis zum Jahre 2013 etwa 507 Milliarden Euro über Kredite zu beschaffen. Dabei, so Peer Steinbrück von der SPD, könnte für das laufende Jahr die Defizitgrenze der EU überschritten werden. Diese liegt derzeit bei 4 % des Bruttoinlandsprodukts.

Im Grundgesetz, so wollen es Bund und Länder, sollen neue Obergrenzen für die Neuverschuldung festgelegt werden. Ob das wirklich so kommt, ist noch nicht sicher. Geplant ist eine Obergrenze von 0,35 % für den Bund mit einer Übergangsfrist bis zum Jahre 2016. Für die Länder soll ab 2020 ein Verbot für neue Schulden in das Gesetz einfließen. Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel. In Situationen der Not und bei Konjunkturkrisen soll es Ausnahmeregelungen geben. Das Gesetz kann jedoch nur dann funktionieren, wenn die Banken nicht wieder in eine Krise geraten, die mit Steuergeldern bereinigt werden muss.

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