Kinderarmut in Deutschland

Kinderarmut in DeutschlandBei all der Debatte um Armut werden sie oft ausgeklammert, obwohl sie mit zu der größten Risikogruppe gehören: die Kinder. Laut der Arbeiterwohlfahrt lebten 2003 7,2 % aller Kinder in Deutschland unter oder an der Armutsgrenze von 50 % des Durchschnittseinkommens. Das heißt, jedes 15. Kind ist arm; insgesamt kommt man damit auf 2 Millionen arme Kinder in Deutschland. Aus den materiellen Nöten entspringen für die Kinder weitreichende Konsequenzen. Die ständige Sorge um das liebe Geld führt zu seelischen Belastungen. Kinder aus Arbeiterfamilien haben nachweislich schlechtere Chancen, einen höheren Bildungsabschluss zu erreichen als Kinder aus Familien, die reicher sind. Zusätzlich haben Kinder aus armen Familien laut armut.de weniger soziale Kontakte als andere Kinder. Die materielle Not hat also weitreichende Konsequenzen – und zwar schon in einem sehr jungen Alter.

Einige Kinder haben ein höheres Armutsrisiko als andere, das heißt, dass sie mit größerer Wahrscheinlichkeit an der Armutsgrenze leben werden. Zu ihnen zählen vor allem Kinder von Migranten. Sie haben oft unzureichende Sprachkenntnisse und können deshalb dem Unterricht nicht folgen; die Ausbildung der Eltern wird in vielen Fällen nicht anerkannt und drängt sie in schlecht bezahlte Jobs. Eine weitere Risikogruppe sind auch Kinder von Alleinerziehenden. Die Doppelbelastung von Kind und Beruf ist nicht nur für den Elternteil eine Zerreißprobe. Für den Erziehungsberechtigten ist es oft schwierig, einer geregelten Arbeit nachzugehen. Daraus folgt, dass die betreuende Person und das Kind gezwungen sind, in Armut zu leben. Auch Kinder aus großen Familien, also mit mehr als vier Kindern sind einem größeren Armutsrisiko ausgesetzt. Letztlich trifft es die Schwächsten: Die abhängigen Kinder können kaum aus eigener Kraft aus dem Armutszyklus ausbrechen.

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