Kinderarbeit in Deutschland

Kinderarbeit in DeutschlandBei dem Wort Kinderarbeit denkt man sofort an die Fabrikkinder der industriellen Revolution und die schlechten Bedingungen, unter denen die Kinder damals arbeiten mussten. Heutzutage ist diese ausbeuterische Kinderarbeit noch immer ein Problem – laut der UNICEF muss jedes 8. Kind im Alter von 5–14 Jahren Vollzeit arbeiten. Doch diese Arbeit beschränkt sich meist auf Entwicklungs- und Schwellenländer.

In Deutschland ist, wie in vielen anderen westlichen Staaten auch, die Kinderarbeit zum großen Teil verboten oder mit strengen Gesetzen geregelt. Vor allem das Jugendarbeitsschutzgesetz ist dafür verantwortlich, die Tätigkeiten von unter 18-Jährigen in einen annehmbaren gesetzlichen Rahmen zu bringen. Es legt fest, dass das Arbeiten unter 15 Jahren verboten ist. Ausnahmen findet man in der Landwirtschaft und auch beim, Zeitungsaustragen, die beide schon ab 13 Jahren ausgeführt werden dürfen. Wichtig dabei ist, dass die Schule noch genug Raum hat: Die neun- bzw. zehnjährige Schulpflicht gilt für alle Kinder in Deutschland und macht das Arbeiten vor dem 15. Lebensjahr auch kaum möglich. Jugendliche, die mit 15 Jahren ihren Schulabschluss haben und eine Ausbildung beginnen, werden von dem Gesetz auch weiterhin geschützt: Sie haben zum Beispiel eine Arbeitszeitbeschränkung und Anspruch auf mehr Urlaubstage als erwachsene Arbeitnehmer.

Doch neben der rechtlichen Ebene gibt es auch noch eine andere: Laut dem Spiegel arbeiten 40 % der 12- bis 16-jährigen Deutschen in einem Job – nebenher zur Schule. Die Filmbranche ist dafür nur ein sichtbares Beispiel – andere tragen Zeitungen aus oder betreuen die Kinder von Bekannten. Viele finden Anerkennung in ihrer Arbeit und üben sie freiwillig aus. Diese Art der Kinderarbeit ist also kaum mit den furchtbaren Zuständen von vor 100 Jahren zu vergleichen.

Das könnte Sie auch interessieren:

  • Hilfsprojekte in Deutschland
    Der Unterschied zwischen Arm und Reich wird immer größer. Viele Staaten sind nicht in der Lage, ein Existenzminimum für ihre Bevölkerung zu sichern. Wo es an allem fehlt, da kommen die unterschiedlich...
  • Verschuldung in Deutschland
    Etwa 3,5 Millionen deutsche Bürger haben mehr Schulden, als sie jemals bezahlen können. Sie sind überschuldet. Viele Menschen wollen aus diesem Teufelskreis herauskommen und melden Privatinsolvenz an....
  • Geldwäsche – gesetzlich verboten
    Gem. § 261 des Strafgesetzbuches ist in Deutschland Geldwäsche verboten und somit strafbar. Dabei wird auch hierzulande Geldwäsche meist in großem Umfang betrieben. Geldwäsche, das ist ein Einkommen, ...
  • Betteln in Deutschland – keine Seltenheit
    In Deutschland ist Betteln grundsätzlich erlaubt und das seit dem Jahre 1974. Verboten ist jedoch aggressives Betteln wie z. B., wenn der Bettler einen Passanten festhält oder Ähnliches, um Geld zu be...
  • Kinderarmut in Deutschland
    Bei all der Debatte um Armut werden sie oft ausgeklammert, obwohl sie mit zu der größten Risikogruppe gehören: die Kinder. Laut der Arbeiterwohlfahrt lebten 2003 7,2 % aller Kinder in Deutschland unte...
  • Wie steht es um die Armutsgrenze in Deutschland?
    Um die Frage nach der Armutsgrenze zu beantworten, muss man sich zuerst einmal vor Augen halten, von welcher Art von Armut wir in Deutschland sprechen. Durch zahlreiche Sozialleistungen ist das Existe...

Geschrieben von Felix