Deutschland und seine Straßenkinder

Deutschland und seine StraßenkinderEs ist erschreckend, dass Kinder in Deutschland auf der Straße leben. Die Hilfsorganisation „Off Road Kids“ ging im Jahre 2007 von etwa 2.500 Minderjährigen jährlich aus, die zu den Straßenkindern dazukommen und zumindest für einen gewissen Zeitraum auf der Straße leben. Viele Minderjährige flüchten aus einem Elternhaus, in dem Gewalt herrscht und nicht wenige wurden sexuell missbraucht. So manche der Straßenkinder kommen aus sozial schwachen Familien, in denen sie keine Ansprechpartner hatten und seelisch verhungerten. Das sind einige der Gründe, warum die Kinder das Leben auf der Straße vorziehen.

Die Straßenkinder werden immer jünger und so sind bereits Kinder ab dem 12. Lebensjahr auf der Straße zu finden. Damit sie Essen kaufen können, betteln sie, stehlen und im schlimmsten Falle prostituieren sie sich. In Deutschland haben Kinder und Jugendliche einen besonderen Schutz. Doch die Jugendämter haben eine dünne Personaldecke und sind mit der Situation meist überfordert. Das gilt auch für die Sozialarbeiter, die in diesem Bereich arbeiten und von denen viel zu wenig vorhanden sind.

Natürlich sind Städte und Gemeinden bemüht, die Kinder in Wohnprojekte unterzubringen oder aber für Übernachtungsmöglichkeiten zu sorgen. Das ist sehr schwer, denn die Straßenkinder haben kein Vertrauen zu den Sozialarbeitern. In Deutschland gibt es etwa 50 Anlaufstellen, die von etwa 9.000 Straßenkindern in Anspruch genommen werden, aber nicht optimal ausgestattet sind. Die Dunkelziffer der Straßenkinder ist sicherlich viel höher und mit den ständigen Kürzungen im Sozialbereich sind auch die Mitarbeiter betroffen, die sich um die „verlorenen Kinder“ kümmern wollen. In einem Land wie Deutschland, wo Kinder und Jugendliche per Gesetz einen besonderen Schutz haben, sollte es keine Straßenkinder geben.

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